Die meisten Menschen haben das Gefühl, dass es heutzutage vor allem nur noch darum geht, möglichst schnell und effizient seine Aufgaben zu erledigen, und dabei so stressresistent und fit wie möglich zu sein. Dass man dabei schnell vergisst, was wirklich wichtig ist, und teilweise sogar seine eigene Gesundheit vernachlässigt und somit riskiert, dürfte den meisten Menschen bewusst sein. Es gibt inzwischen jedoch kaum noch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, zu sich zu kommen und all das, was um einen herum und in einem Selbst passiert, Revue passieren zu lassen, da man von einer Verpflichtung zur nächsten hetzen muss. Das Einsehen, dass solch eine Lebensweise langfristig zu körperlichen Erkrankungen und mentalen Erschöpfungszuständen führen kann, kommt bei den meisten Menschen leider erst dann, wenn es bereits zu spät ist. Und dann fragen sich die Menschen, was sie denn im Alltag machen können, damit sie ihre ganzen Sorgen, Probleme und Beanspruchungen mal für ein paar Minuten vergessen und wieder zu ihrer inneren Mitte finden können. Nun, eine Möglichkeit wäre es, die Kunst der Meditation zu erlernen. Was Meditation eigentlich genau ist, wie sie funktioniert und wozu sie gut ist, soll in diesem Artikel erläutert werden.

Was ist Meditation?

Das Wort Meditation stammt von dem lateinischen Wort “meditatio” und bedeutet in etwa “nachdenken, überlegen”. In den östlichen Ländern ist das Meditieren etwas Alltägliches, während es in Deutschland nicht allzu viele Menschen gibt, die regelmäßig meditieren. Die Meditation steht eng mit dem Hinduismus und dem Buddhismus im Zusammenhang. Doch auch bei einigen Vertretern von jüdischen, christlichen und islamischen Religionen ist das Meditieren etwas, das dazu genutzt wird “das Göttliche” zu erfahren. Anders als bei anderen spirituellen Bewusstseinserweiterungen versinkt die meditierende Person nicht in eine Art Trance oder Entrücktheit, sondern ist bei klarem Bewusstsein. Dieses klare Bewusstsein ist wichtig, da durch die Mediation spirituelle Dimensionen erlebt werden sollen. Manche Menschen, vor allem in europäischen Ländern, nutzen Meditation jedoch nicht dazu, spirituelle Dimensionen zu erkunden, sondern vielmehr dazu, sich zu entspannen.

Wie funktioniert Meditation?

Viele Menschen dürften, wenn sie an den Begriff Meditation denken, das Bild eines Menschen vor sich haben, der auf dem Boden oder auf einem Kissen hockt und laut “Ohmmm” sagt. Tatsächlich kann das Meditieren jedoch auch noch anders funktionieren. Eine ganze unkomplizierte Methode zu meditieren ist, sich einfach auf die eigene Atmung zu konzentrieren, während man dabei versucht, an wirklich nichts anderes zu denken. Es mag einen zuerst seltsam erscheinen, nur auf die eigene Atmung zu achten, aber je länger man das macht, umso mehr merkt man, wie man immer ruhiger und entspannter wird, und alles andere vom einem abzufallen zu scheint. Man kann sich aussuchen, ob man diese Variante des Meditierens im Sitzen oder um Liegen ausführt. Wichtig dabei ist, dass man versucht, sich auf eine Stelle des Körpers, wie zum Beispiel den Brustkorb, zu konzentrieren, und darauf zu achten, wie das Atmen die jeweilige Stelle beeinflusst. Wem es am Anfang schwerfällt, wirklich keine anderen Gedanken zuzulassen, der sollte nicht gleich aufgeben. Denn es ist lediglich eine Sache der Übung zu lernen, wiederkehrende Gedanken zu unterdrücken beziehungsweise für den Moment zur Seite zu schieben. Wem es zu langweilig ist, sich lediglich auf die Atmung zu konzentrieren, und wer sich stattdessen auf eine Art Reise begeben will, der sollte sich vor seinem inneren Auge ein bestimmtes Bild vorstellen, wie zum Beispiel einen Strand. Wenn selbst das noch nicht weiterhilft und/oder weiterbringt, kann man sich weitere Tipps und Anleitungen bei einem Trainer oder aus Büchern holen. Auch, wenn es einem am Anfang leichter fallen mag, die Meditationen mit einem Lehrer durchzuführen, sollte man sich nach einer gewissen Weile wieder von dem Lehrer lösen und auf sich selbst und seine Fähigkeiten vertrauen. Ansonsten könnte sehr teuer werden.Meditation ist zwar sehr hilfreich und entspannend, hilft jedoch nicht bei ernsthaften seelischen Erkrankungen wie beispielsweise Depression oder Angststörungen. In solchen Fällen wäre es besser, einen Psychotherapeuten aufzusuchen, damit die Probleme verarbeitet werden können.

Wozu meditieren?

Nun mögen sich sicher viele Menschen die Frage stellen, wozu man sich überhaupt solche Mühe geben soll, das Meditieren zu erlernen, vor allem, wenn man nicht religiös ist. Nun, zum einen gibt es, wie eingangs schon erwähnt, nicht wenig Menschen, die deshalb zum Meditieren finden, weil sie eine effektive Methode zum Entspannen suchen. Denn es geschieht oft, dass Menschen gedanklich so sehr beschäftigt sind, dass ihre Gedanken nur so hin und her zu rasen scheinen, und sie so gut wie keine Ruhe mehr finden können. So ein Gedanken-Chaos ist für die Gesundheit natürlich alles andere als förderlich, ganz abgesehen davon, dass es manchmal eben auch einfach von einem gefordert wird, dass man seine Gedanken ordnen kann und seine Gefühle so weit unter Kontrolle hat, dass man nicht ständig abgelenkt ist. Es gibt etliche Menschen, denen es beim Meditieren gelingt, endlich mal abzuschalten und den Kopf freizubekommen. Selbst quälende und wiederkehrende Gedanken und Sorgen, wie zum Beispiel Ärger bei der Arbeit oder Eheprobleme können beim Meditieren für kurze Zeit vergessen werden, und der Geist kann endlich wieder die Ruhe finden, die er braucht, um den Alltag zu meistern und die an ihn gestellten Aufgaben zu Zufriedenheit aller zu lösen. Menschen, die theoretisch im Dauerstress leben, können es durch das Meditieren auch schaffen, sich bewusst ein paar Minuten am Tag nur für sich Zeit zu nehmen. Das ist deshalb so besonders wichtig, weil wenn man nie richtig abschalten kann, und ständig nur gestresst ist, die Gefahr besteht, an einem Burnout zu erkranken.

Aufgrund diverser Vorurteile gibt es bestimmt etliche Menschen, die meinen, dass Meditation lediglich etwas für besonders religiöse oder spirituelle Menschen wäre. Dem ist jedoch nicht so, und man kann stattdessen die Meditation auch dazu nutzen, seine Gedanken zu ordnen, abzuschalten und mal wieder den Kopf freizubekommen. Es ist nicht unbedingt leicht, die Kunst des Meditierens zu erlernen. Doch wenn man es erst mal gelernt hat, macht es nicht nur Spaß, sondern man kann daraus auch viel für sich und sein alltägliches Leben ziehen. Und es reichen bereits 10-15 Minuten Meditation am Tag aus, um sich insgesamt entspannter und gelassener zu fühlen.